Artenreiche Inselwelt zwischen Asien und Australien

Bei dem Wort Indonesien denken viele Menschen direkt an Bali, obwohl diese Insel nur einen kleinen Teil des Inselstaats ausmacht. Doch Indonesien hat viel mehr zu bieten. Trekkingtouren im Dschungel, Tauchen in glasklarem Wasser, eine der artenreichsten Tierwelten unseres Planeten und Pflanzen die immer wieder Staunen hervorrufen.

Indonesien ist weltweit das Land mit den meisten aktiven Vulkanen, der größten Regenwaldfläche und den meisten Inseln. Und wer träumt nicht ab und an einmal von einer einsamen Insel?

Bevölkerung

Indonesien ist ein viel Voelkerstaat. Trotz dieser Tatsache gibt es dort eine große muslimische Bewegung. Der Islam ist jedoch keine Staatsreligion.

Die Indonesier leben nach dem Prinzip der Pancasila. Diese sieht 5 Prinzipien vor. An erster Stelle steht hierbei der Nationalismus, gefolgt von Humanismus / Internationalismus und Diplomatie / Demokratie. Als viertes Prinzip gilt das Streben nach sozialer Wohlfahrt. Das fuenfte Prinzip betrifft den Glauben, dieses besagt, dass jeder Bürger sich zu einer der fuenf Weltreligionen bekennen muss, bevorzugt wird allerdings der Glaube an nur einen Gott. Wegen dieses fuenften Prinzipes gibt es keine Staatsreligion.

Es gibt aber auch einige Volksgruppen die sich zwar offiziell zu einer der fuenf Weltreligionen bekennen im Verborgenen aber Animalismus betreiben.

Essen & Trinken

Die Ess- und Trinkkultur in Indonesien ist Ausdruck für die starke Verbundenheit zur Kultur und zur Religion. Reis als Grundnahrungsmittel spiegelt sich allerdings in allen Kulturen wieder. Was auch sehr hoch geschätzt wird in Indonessien sind die zahlreichen Gewürze mit denen das Essen verfeinert wird. Traditionell wird mit den Fingern gegessen, zudem sollte man immer im sitzen essen, da dies sonst unangenehm bei der einheimischen Bevölkerung

Geschichte

Die indonesische Bevölkerung stammt ursprünglich von mongolisch-kaukasischen Voelkern ab. Diese kamen lange vor unserer Zeitrechnung in mehreren Einwanderungsschüben ins Land. Der Java-Mensch, der wie der Name schon sagt, im 19 Jahrhundert auf Java gefunden wurde bestätigt diese Annahme. Sein Alter wird auf 1,8 Millionen Jahre geschätzt.

Um 500 wird auf Sumatra das Königreich Srivijaya gegründet. Bis 700 wirde der Herrschaftsbereich auf Java, Teile Borneos und die malaiische Halbinsel ausgebreitet.

Ab dem 11.Jahrhundert beginnt das Königreich zu zerfallen, teilweise durch Angriffe der Cholakönige, die in Srivijaya einen Konkurrenz zu ihrem Handel sehen.

1275 erobert Kertanagra, König von Singhasi, große Teile von Indonesien und herrscht bis 1290.

Wenig später, ca 1293, gewinnt auf Java das Reich von Majapahit an Bedeutung, durch das Indonesiens Insel in einen staatlichen Verband eingegliedert wird.

Durch den Besuch arabischer Länder im 15.Jahrhundert beginnt die Konvertierung der indonesischen Bevölkerung zum Islam. Die hinduistischen und buddhistischen Ausrichtungen der alten Königreiche werden zurückgedrängt, wodurch man die Religionen heute fast nur noch auf Bali und Lombok findet.

Doch die Araber sollten nicht die Einzigen bleiben, die die bestehenden Strukturen durch ihr Eindringen verändern.

1487 bereitet der Portugiese Bartolomeu Diaz, durch seine Umschiffung des "Kaps der guten Hoffnung" Vasco de Gamas Entdeckung des Seeweges, nach Indien vor. Dadurch sind die Portugiesen die ersten Europäer die soweit in den indischen Ozean vordrangen. Die Seefahrer bemerkten den großen Reichtum der Region durch den Handel mit Gewürzen und, da ein Handel mit eigenen Waren vor Ort nicht möglich ist, beschliesst der König den Handel zu übernehmen. Es folgt eine hundert Jahre lange Dominanz Portugals in Indonesien.

Es ist jedoch nur eine Frage der Zeit bis die Nachricht über die Geschehnisse in Indonesien bis nach Europa dringt.

So machten sich auch die Engländer und die Niederländer auf den weiten Weg. Mit der Gründung der Vereinigten indischen Company (VOC) im Jahr 1602 zerfallen die bisherigen Strukturen und eine holländisch geprägte Verwaltung kann sich durchsetzen. Indonesien ist eine von Hollands ersten Kolonien.

Mit der Auflösung der VOC 1799 beginnen die Niederlande ihre Kolonie direkt von Den Haag aus zu verwalten. Schon 1816 kehrt die niederländische Verwaltung zurück, worauf die indonesische Bevölkerung mit Widerstand reagiert. Dieser wird sofort militärisch niedergeschlagen.

1908 dehnt Holland seinen Machtbereich auf das gesamte indonesische Archipel aus.

Jedoch interessiert sich wiedereinmal auch eine andere Nation für Indonesien. Im Frühjahr 1942 besetzt die japanische Armee das sogenannte Niederländisch-Indien. Grund dafür ist das große Interesse an kriegswichtigen Rohstoffreserven und die Verbesserung der strategischen Position. Es dauert nur wenige Monate bis Holland kapituliert.

Ein Jahr später erklärt sich Indonesien, immernoch unter japanischer Besetzung, als unabhängig. Die Kapitulation Japans folgt 1945, was dazu führt, dass Sukarno und Mohammed Hatta am 17.08.1945 nochmals die Unabhängigkeit ausrufen. Dies ist gleichzeitig der Auslöser für einen vierjährigen Unabhängigkeitskrieg gegen die Niederlande, indem die Niederlande fast das gesamte Gebiert erobern. Nach Beendigung des Krieges müssen sie allerdings einen weiteren Kampf führen, den Kampf gegen die indonesischen Guerilla.

Schließlich wirde unter Druck dieser, den Amerikanern und der gesamten Weltöffentlichkeit am 27.12.1949 die Souveränität Indonesiens in Amsterdam offiziell unterzeichnet. Ein Teil von West-Papua bleibt zu diesem Zeitpunkt allerdings weiter unter der holländischen Verwaltung.

1955 wird eine konstituierende Versammlung gewählt, die eine neue Verfassung ausarbeiten soll. Der willkürlichh handelnde Herrscher Sukarno löst die Versammlung nur 4 Jahre später wieder auf, um zu der provisorischen Verfassung von 1945 zurückzukehren und eine gelenkte Demokratie zu führen. Im Rahmen des VN-Entkolonialisierungsprozess wird West-Papua 1962 wieder eingegliedert. 1965 führt die Machtausübung Sukarnos zu einem Putschversuch, für die der rechtgerichtete General Suharto die kommunistische Partei verantwortlich macht, den Putsch militärisch niederschlägt und die Partei verbietet. Es kommt zu einem Massaker bei dem bis zu 1 Million Menschen umkommen.

1971 zwingt General Suharto den Staatspräsidenten Sukarno zur Niederlegung seiner Amtes und Suharto wird selbst zum Präsidenten "gewählt". Suharto ordnet an, Portugisiesch-Timor zu besetzen um auch den Teil des Landes wieder zu gewinnen. Zwar erreicht Suharto damit den Abzug der portugiesischen Kolonialverwaltung, allerdings auch einen Widerstandskampf durch die Guerilla. Dieser Krieg soll 28 Jahre andauern.

Die Wirtschaftskrise Asiens 1997 hat auch starke Auswirkungen auf die Wirtschaft Indonesiens, was erste Proteste auslöst. Der Höhepunkt der Gewalt wird vom 12. bis 12.5.1998 in Jakarta erreicht. Schließlich willigt Suharto in seinen Rücktritt ein. Der neue, vorläufige Machtinhaber ist Bacharuddin Jusuf Habibie, der ehemalige Vizepräsident des Landes.

1999 wird Abdurraham Wahid der erste freigewählte Staatspräsident des Landes. Im selben Jahr endet die Besatzung durch Indonesien und Ost-Timor und das Land wird 2002 unabhängig.

Geographie

Indonesien ist mit ungefähr 18000 Inseln, wovon circa 6000 bewohnt sind, der größte Inselstaat der Welt.

Die 5 Hauptinseln heißen Sumatra, Java mit Madura, Borneo, Sulawesi und West-Papua.

Das Land hat eine Gesamtfläche von 1.904.443 km², die Fläche des zugehörigen Seegebiets, welches Teile des indischen Ozeans und Teile des Pazifiks einschließt, beträgt 7,9 Milliarden km².

Die Nord-Süd-Ausdehnung umfasst ungefähr 1875 km, die West-Ost-Ausdehnung 5000 km.

Die Hauptstadt heißt Jakarta und liegt auf der Insel Java.

Flora & Fauna

Indonesien besitzt einen sehr vielfältigen Artenreichtum, der regional sehr verschieden ist.

Grob kann man zwischen asiatischer und australischer Flora & Fauna unterscheiden. Die biogeografische Trennlinie zwischen den beiden Gebieten nennt man "Wallace-Linie". Diese Linie verläuft zwischen Bali und Lombok und nördlich zwischen Borneo und Sulawesi. Der Wissenschaftler Alfred Russel Wallace begründete diese Grenze als er auf seinen Reisen Mitte des 19.Jahrhunderts feststellte, dass es im Gegensatz zu den westlich von Sulawesi gelegenen Inseln auf den östlichen Inseln schon australische Formen wie Kakadus und Beuteltiere vorkommen. Auf den westlicheren Inseln existieren asiatische Formen wie Elefanten und Orang-Utans.

Grund für diese Entwicklung war die Eiszeit, in der die westlich-gelegenen Insel mit dem asiatischen Festland verbunden, die östlichen Inseln mit Australien. So konnten sich Tiere von beiden Seiten auf die Landteile verbreiten, die den heutigen Inseln entsprechen. Selbst Vogelarten haben sich teilweise nicht weiterverbreitet, obwohl die Distanzen manchmal nur wenige Kilometer betragen.

Im Regenwald Indonesiens herrscht die weltweit größte Artenvielfalt, die durch extensive Abholzung allerdings vom Aussterben bedroht sind. Allein auf Sulawesi sind von der bekannten Fauna 62% der Säugetier-Arten, 27% der Vögel, 62% der Reptilien und 76% der Amphibien-Arten vom Aussterben bedroht.

In Indonesien und dem Korallendreieck (zwischen Malaysia, den Philippinen , Papua-Neuguinea und Nordaustralien) leben circa 75% aller bekannten Korallenarten.

Eine weitere Besonderheit Indonesiens ist die Rafflesia arnoldii, sie ist die größte Blume der Welt und kann bis zu 11kg schwer werden und einen Blütendurchmesser von 1m erreichen.

Klima

Die größten Regenwalgebiete der Welt kann man hier in Indonesien finden.

Wie bei der Flora & Fauna ist auch das Klima regional sehr verschieden.

Auf Borneo, Sumatra, den Molukken, Westjava, Sulawesi und Papua herrscht ein immerfeuchtes Tropenklima und über das Jahr verteilt gibt es fast keine Temperaturschwankungen. Die relative Luftfeuchtigkeit beträgt 90%.

Das übrige Java, die kleinen Sundaninseln und die Aruiinseln werden vom Monsun beherrscht. Dieser führt zu gleichbleibend hohen Temperaturen.

Es wird zwischen zwei Monsunarten unterschieden: dem Südwest-Monsun, der vom warmen Meer Feuchtigkeit zum Festland transportiert. Diese Feuchtigkeit löst hohe Niederschläge die oft zu Überschwemmungen führen, und dem Nordost-Monsun, der trockene Luft und tropische Schwüle mitsichbringt und somit in für die Trockenzeit verantwortlich ist. In dieser niederschlagsarmen Zeit befinden sich die Bäume in einer Ruhephase und verlieren ihre Blätter. Dadurch entsteht der sogenannte Monsunwald.

Regenzeit: Dezember - März

Trockenzeit: Juni - September

Kulturelle Besonderheiten

- Die linke Hand gilt in Indonesien als unrein. Man sollte deshalb stets darauf achten, sie einem anderen Menschen nicht zur Begrüßung zu reichen und beim Essen die rechte Hand zu benutzen;
- Es wird als Tabu angesehen sich in der Öffentlichkeit zu küssen oder Zärtlichkeiten auszutauschen;
- Vor dem Betreten einer Moschee, Privathäusern und Tempeln müssen die Schuhe ausgezogen werden. Zudem muss man für das Betreten eines Tempels zusätzlich eine Scherpe um die Hüfte tragen;
- Es gilt als respektlos, wenn die Fußsohlen in Richtung eines anderen Menschen zeigen;
- Auf Bali sollte man nicht den Kopf anderer Personen anfassen, auch nicht den von Kindern, da der Kopf im Buddhismus als heilig angesehen wird.

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